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27:30 – Baunataler Eintracht begeistert in erster Halbzeit und büßt dann jeden Biss ein

Tempo und Spiel verloren

Baunatal. Ein Abend zwischen Strahlen und Verzweifeln, zwei Halbzeiten in weiß und schwarz: Beim 27:30 (13:10) gegen den Drittliga-Vierten Leichlinger TV gingen die Handballer der Baunataler Eintracht mit ihren Fans durch ein Wechselbad der Gefühle – und mussten sich nach einem bitteren Ende über eine verpasste Siegchance grämen.

„Da war mehr drin heute. Viel mehr.“ Trainer Mirko Jaissle versuchte die Enttäuschung in Worte zu fassen. Nach einer fürchterlichen zweiten Hälfte, die das strahlend-glanzvolle Auftreten im ersten Durchgang nachhaltig trübte. So krass war der Leistungsabfall der Großenritter, dass gar eine Pleite mit psychologischem Nachhall zu befürchten ist.

Denn tatsächlich hat nicht Favorit Leichlingen trotz deutlicher Steigerung die Partie gewonnen, sondern die Hausherren haben sie verloren. Und das trotz 30 ganz starken Minuten zu Beginn. Gestützt auf den famosen Daniel Horn, der bis zur Pause nicht weniger als 18 Bälle bei etlichen freien Würfen abwehrte, hatte die Truppe um den bärenstarken Mittelmann Phil Räbiger ein Abwehrbollwerk errichtet, an dem sich die Gäste die Zähne ausbissen und ihren Trainer, „HB-Männchen“ Thorsten Brütsch, fast zur Verzweiflung trieben.

Ein ums andere Mal eroberten die Baunataler so den Ball, ein ums andere Mal drückten sie danach sofort auf Tempo. 3:0 nach sechs Minuten, 5:2 nach neun und 10:6 nach 21 – mit sieben Treffern nach Tempogegenstößen über die unwiderstehlichen Felix Geßner und Sven Vogel legte die Eintracht den Grundstein zur 13:10-Führung bei Halbzeit.

„Wir hätten noch konsequenter sein müssen und noch höher führen müssen“, sagte Trainer Jaissle zum Auftritt seiner Mannen. Die hatten allerdings allein dank Horns Glanzparaden und ihrem Tempospiel ihre eklatanten Mängel im Passspiel und im Abschluss des gebundenen Angriffs kompensiert. Viel zu hoch war die Fehlerquote in der Offensive auf den drei Rückraumpositionen – und das über 60 Minuten.

Als die Hausherren dann auch noch pomadig aus der Halbzeitpause kamen, jetzt auch in der Defensive den nötigen Biss vermissen ließen und Torwart Horn nach eigener Bewertung „nun nicht die drei, vier guten Paraden hatte, die mir zu Beginn so viel Selbstvertrauen und Adrenalin gegeben hatten“, da kamen die ausgebufften leicht zur Wende. Ohne wirklich zu überragen. Urplötzlich machte nun ihr Torwart Vukas den Laden dicht bei vielen überhasteten oder schwachen Würfen der statisch-unbeweglichen Eintracht. Binnen vier Minuten glich Leichlingen aus zum 13:13, mit einem 10:4-Lauf zum 20:17 (44.) war die Partie gekippt – und schon entschieden.

„Wir hatten keinen Biss mehr, kein Tempo, keinen Spielfluss“, konstatierte Jaissle ernüchtert. Prellen statt Laufen war nun zu sehen – und die Niederlage folgerichtig. Denn einigen gesundheitlich angeschlagenen Akteuren ging die Kraft aus, einmal mehr musste die Eintracht auch dem kleinen Kader Tribut zollen.

Von Gerald Schaumburg

Quelle: HNA

Baunatal: Horn, Paar - Gbur (5), Hujer (1), Plümacher, Schade, Vogel (6), Schütz, Räbiger (2), Geßner (8), Gabriel (5/2), Drönner.

Leichlingen: Bungert, Vukas - Fuchs, Lange, Hilger (6), Hansen (5), Novickis (5), Lajnef (3), Mergner, Matzke, Barwitzki (1), Zechmeister (1), Kreckler (9/2).

Auf Handball-World.com aus Sicht von Leichlingen.

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